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Fashion_Shooting
Januar 17th, 2012
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Vor einiger Zeit durfte ich für ein vorangegangenes Projekt den Gütersloher Fotografen Christopher Grigat interviewen. Damals sehr seltsam in den Genuss eines Interviews zu kommen scheint es heute wichtiger denn je, dass dieses unter den ersten Einträgen wieder auftaucht. Auch wenn seine Ausstellung in der Weberei ausgelaufen ist, so sollt ihr doch etwas über den kreativen Schaffensprozess eines Fotografen erfahren.

Was hat dich zur Fotografie gebracht?

Der erste Kontakt zur Fotografie entstand während der Kindheit über einen Freund der Familie, der Fotograf ist. Fotografie ist mir sehr wichtig gewesen, so hatte ich fast zu jeder Veranstaltung meine Kamera dabei und wurde oft darauf angesprochen. Es kam der Tag, an dem ich besonders den Wunsche hatte zu fotografieren und Dinge festzuhalten. Daraufhin bin ich in den Stadtpark gefahren, damals noch mit meiner ersten Digitalkamera. Ich habe Blumen und Landschaften fotografiert und meine Interesse am Thema entdeckt. Die nachfolgenden Wochen bin ich sehr oft in die Stadtbibliothek gefahren, habe mir Bücher ausgeliehen und mir kurze Zeit später meine erste DSLR gekauft, eine Pentax ist*DS.

Was spielt die Fotografie für eine Rolle in deinem Leben?

Eine ganz große, Fotografie macht mein Leben aus. Das Fotografieren hat mich in jeder Hinsicht geprägt und mich zu dem gemacht wer ich bin. Fotografie ist meine Identität und gleichzeitig ein Medium um mich auszudrücken.

Ein Großteil deiner Arbeiten zeigt Portraitfotografie – hat das einen Grund?

Ich suche den Kontakt zu Menschen, angefangen habe ich damit, einige Freunde beim Skaten zu fotografieren und ich entdeckte mein Interesse an der Peoplefotografie. Ich möchte meine Sicht auf die Menschen zeigen, die ich treffe, oftmals interessante Menschen, die anderen verborgen bleiben würden.

Hat sich deine Sicht auf Menschen mit der Fotografie verändert?

Auf jeden Fall. Ich habe gelernt mich ohne Vorurteile auf Menschen einzulassen, die andere Ansichten als ich vertreten oder einen anderen Lebensstil haben. So sind viele Fotos von verschiedenen Personen entstanden von der normalen Person bis zum Punk. Durch die Fotografie habe ich einen Weg gefunden und auch gelernt auf Menschen zu zu gehen, vor denen andere im ersten Moment zurück schrecken würden.

Hängen deine Arbeiten auch bei dir Zuhause an der Wand?

Am Anfang hingen Fotos von mir an meiner Wand, Motive, die mir gefielen, Fotos die ich gemacht habe, weil ich sie schön finde. Heute hängen nur noch zwei meiner Arbeiten bei mir, mit denen ich Erinnerungen an Ausstellungen verbinde.

Oft hat man zum Beginn eigene Ideen und setzt sie mit den Freunden um. Sind es bei dir mittlerweile mehr Auftragsarbeiten als eigene Projekte?

Ich könnte mehr Auftragsarbeiten machen, die meisten sind allerdings freie Arbeiten, bei denen mir nicht vorgeschrieben wird, was ich machen soll…. Bald steht ein Projekt mit einem Sänger einer befreundeten Band an, wozu man bald mehr auf meinem Blog und Facebook findet, allerdings will nocht nicht zuviel verraten.

Wie sieht dein Schaffensprozess aus, siehst du dich selbst noch als Künstler?

Wenn ich eine Idee habe, fange ich mit Notizen an. Schreibe auf, was ich mit dem Thema verbinde und wie das fertige Bild aussehen könnte, mache grobe Skizzen und stecke viel Zeit in die Planung. In meinem Schrank liegt ein Buch mit Ideen, für die ich noch die passende Inspiration suchen möchte, bevor ich sie umsetze. In dem Moment, in dem ich anfange Dinge neu zu schaffen, ist es ein künstlerischer Erschaffungsprozess, wenn ich Dinge abbilde, wie ich sie sehe, fühle ich mich nicht als Künstler, sondern vermittle viel mehr meine Perspektive.

Wie wichtig ist dir die Meinung anderer Fotografen zu deinen Bildern?

Ich lege keinen Wert auf Foto Communitys oder Foren, die Meinung einiger Fotografen und Art-Directoren ist mir sehr wichtig und nehme mir die Kritik zu Herzen, doch möchte ich meinem Stil treu bleiben.

Hast du fotografische Vorbilder?

Ein ganz großes Vorbild ist der Modefotograf Kristian Schuller, der seine eigenen Welten inszeniert und einen markanten Stil durchsetzt. Der einzige Bildband, den ich habe, ist von ihm.

Wie oder von wem lässt du dich inspirieren?

Ich lasse mich vor allem von den Projekten anderer Fotografen inspirieren. Mir gefallen die Portraitarbeiten von Rankin (rankin.co.uk), auch der Bildstil des jungen Fotografen Joey Lawrence (joeyl.com), der afrikanische Stämme fotografierte, fasziniert mich. Ich könnte mir vorstellen, selbst einmal zu verreisen um eine fremde Kultur zu entdecken.

Wie wichtig ist dir die Nachbearbeitung deiner Bilder?

Nachbearbeitung ist mir in so fern wichtig, dass ich Belichtung, Schärfe und Kontrast anpasse um meinen Stil klar rüber zu bringen, wie ich es vorher geplant und mir vorgestellt habe. Auf Verfälschung lege ich allerdings nicht viel Wert, wenn sie nicht angebracht ist.

Mit was für einem Setup fotografierst du am liebsten?

Die meisten meiner Aufnahmen sind mit einer Canon 40D und einem 17-55mm 2,8 Objektiv entstanden. Außerdem arbeite ich mit verschiedenen Blitz Setups, die dem Betrachter nicht im ersten Moment ins Auge fallen sollen.

Wie sind deine Pläne für das kommende Jahr?

Ich nehme derzeit mein Abitur in Angriff, der wichtigste Ausgleich für den Stress sind allerdings meine Freunde, die Familie und die Fotografie. Ich möchte an größeren Projekten arbeiten, mich um die Modefotografie kümmern und mich Richtung Video bewegen.
Demächst stehen ein größeres Modeshooting, ein Musikvideo und für den Dezember eine Plakat-Kampagne für den Welt-AIDS-Tag auf dem Plan.

Hast du noch ein Tip an alle Fotografen und die, die es werden möchten?

Heute ist es schwierig mit Fotografie Geld zu verdienen, doch wenn man einen Traum hat sollte man alles versuchen und Hilfe annehmen, dann kann man seine Träume verwirklichen.
Wichtig ist es, sich Themen zu überlegen und eine ganze Serie zu fotografieren, ein Bespiel wäre Haustüren und die Menschen dahinter. Das klingt anfangs banal, aber durch solche Projekte lernt man seinen eigenen Stil zu finden und festigen.

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